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Platz #7 - Das Schlafzimmer - Temperatur und Luftverhältnisse

Im Interview mit Prof. Dr. Guthoff (54) - Schlafforscher und Facharzt für Neurologie und Schlafstörungen - er leitete mehrere Langzeitstudien über das Schlafverhalten von Menschen und erlangte weitreichende Erkenntnisse in diesem Themengebiet.

„Herr Guthoff, ein häufig angesprochenes Thema in Bezug auf das Schlafzimmer sind die Temperatur sowie die Raumlüftung. Manche Menschen klagen über Kopfschmerzen am Morgen auf Grund von schlechter Luft im Schlafzimmer - haben allerdings nicht immer die Möglichkeit, ein Fenster zu öffnen, sei es wegen Straßenlärm oder Kälte. Können Sie den Leuten hier ein paar Tipps in Bezug auf das Schlafumfeld liefern?”

Das Schlafzimmer - Wie lüften? Welche Temperatur?

„Welche Temperatur empfehlen Sie für einen gesunden und erholsamen Schlaf?”

„Nicht zu kalt und nicht zu warm! Schlechter Schlaf kann nämlich durchaus an einem falsch temperierten und belüfteten Zimmer liegen. Eine gemäßigte Innentemperatur hat einen großen Einfluss auf die Aktivität des Körpers während der Schlafphase. Eine feste Zahl kann ich Ihnen zwar nicht nennen, allerdings beträgt die optimale Schlaftemperatur unseren Studien nach zwischen 14 und 22°C. Hier spielen verschiedene Faktoren wie die Bekleidung im Bett, die Dicke der Bettdecke, die Anzahl der Personen im Raum aber auch die vorherrschende Jahreszeit eine große Rolle.”

„Ist es überhaupt möglich, eine konstante Temperatur des Schlafzimmers zu erreichen?”

„Dieses Problem kann nur mit einer Klimaanlage gelöst werden. Denn während des Schlafens erwärmt jeder Mensch ganz natürlich seine Umgebung. Andere Einflüsse, wie die Isolierung des Zimmers oder offene Fenster beziehungsweise Türspalte sorgen für einen Wärme- oder Kälteaustausch mit der Umwelt. So kann eine konstante Temperatur wirklich nur mit einer Klimaanlage im Schlafzimmer erreicht werden - allerdings sei anzumerken, dass wirklich nur die wenigsten Menschen mit einer konstanten Temperatur auch besser schlafen!”

„Würden Sie unseren Lesern denn eine Klimaanlage für das Schlafzimmer empfehlen?”

„Klimageräte sind meist teuer, erfüllen aber gleich mehrere Zwecke, wie die Temperaturregelung, die Sauerstoffzufuhr und die Luftfeuchtigkeitsregelung des Schlafraumes. Wenn Sie Ihre Wohnung im Dachgeschoss eines mehrstöckigen Hauses haben, werden Sie allerdings nicht darum herumkommen, sich ein wenig mit diesen Klimaanlagen auseinanderzusetzen. Mobile Klimageräte wie von De’Longhi (De’Longhi PAC N 80, Anmerkung des Autors) sind effektiv, doch können manche Menschen bei den Geräuschen nicht einschlafen. Wird es im Zimmer richtig heiß, empfehle ich Ihnen den Gang zu einem Fachhändler, der Sie kompetent beraten wird.”

„Haben Sie noch einen Tipp, wie man im Sommer das Aufheizen des Zimmers verhindern kann?”

„Schließen Sie tagsüber Ihre Rollläden oder bringen Sie lichtundurchlässige Vorhänge an Ihren Fenstern an. Sie verhindern zum einen tagsüber das Aufheizen des Raumes, zum anderen sorgen sie dafür, dass Sie nachts nicht von Lichtreflexen, zum Beispiel durch vorbeifahrende Autos, gestört werden. Schließen Sie Ihre Rollläden nachts allerdings nicht ganz, denn sonst fällt es Ihnen schwerer aufzustehen - wenn Sie den neuen Tag gar nicht sehen können.”

„Kommen wir zur Frage der Richtigen Belüftung. Was empfehlen Sie unseren Lesern hier?”

„Hier geht es um zwei Faktoren. Die Luftfeuchtigkeit und den Sauerstoffgehalt. Schauen wir uns zunächst die Luftfeuchtigkeit an.

Mehrere unserer Studien haben gezeigt, dass zwei Erwachsene im Schnitt während einer Nacht etwa einen Liter Wasser ausatmen. Schlafen Sie in einem kleinen Raum bei niedrigen Temperaturen, kann die vorhandene Luft diese Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen und das Wasser kondensiert an den kältesten Stellen - meist den Raumecken. Die Folgen sind vielen Menschen bekannt - Schimmelpilze. Und deren Sporen wollen Sie definitiv nicht jede Nacht einatmen - denn das kann gesundheitsschädigend sein. Als Lösung sollten Sie einen Luftentfeuchter wie von Duracraft (Duratec DD-TEC10E, Anmerkung des Autors) aufstellen und/oder für ausreichend neue Luft sorgen - am einfachsten öffnen Sie das Fenster einen Spalt. Neuere Fensterbeschläge haben auch eine besondere Hebelstellung, bei welcher eine geringe Luftmenge durch die Fugen in das Zimmer hineindringen kann. Alternativ können Sie auch vor dem Schlafengehen einen kompletten Luftwechsel im Schlafraum durchführen. Öffnen Sie das Fenster dazu etwa zehn Minuten komplett.

Ein kleiner Tipp von mir: Nach dem Aufwachen braucht ihr Körper ebenfalls frische Luft. Öffnen Sie am Morgen direkt nach dem Wachwerden das Fenster und es wird Ihnen einfacher fallen, aufzustehen.”

„Und wie sieht es mit dem Sauerstoffgehalt im Schlafzimmer aus?”

„Damit ist es eigentlich ziemlich simpel. Theoretisch könnten wir mehrere Wochen lang in einem ungelüfteten Schlafzimmer übernachten, ohne dass wir fürchten müssten, im Schlaf an Sauerstoffmangel zu ersticken. Die meisten Menschen reden von “zu wenig Sauerstoff im Schlafzimmer”, wenn sie schlechte Gerüche meinen. Hier kann ein Stoßlüften oder das Öffnen des Fenstern über Nacht, wie oben beschrieben, helfen.

Vermeiden sollten Sie allerdings, aus Ihrem Schlafzimmer einen Urwald aus Grünpflanzen zu machen. Diese erzeugen zwar während des Tages und Sonneneinstrahlung mit Hilfe der Photosynthese Sauerstoff, den Sie an die Umgebung abgeben, während der dunklen Nachstunden verbrauchen Sie diesen allerdings wieder und wandeln ihn zu CO2, also Kohlenstoffdioxid.um. Machen Sie sich allerdings keinen Kopf wegen ein oder zwei Pflanzen im Schlafzimmer, diese können sogar zu einem gesunden Schlafklima beitragen, indem sie die Luftfeuchtigkeit über die Erde abbauen.”

„Haben Sie noch einen Tipp - wie lüften Sie beispielsweise Ihr Schlafzimmer?”

„Während der warmen Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate schlafe ich gerne bei einem gekippten Fenster. Ich liebe es, morgens mit dem Singen der Vögel aufzuwachen. Während der Wintermonate lüfte ich mein Schlafzimmer vor dem zu Bett gehen für etwa zehn Minuten vollständig und schalte danach nur minimal die Heizung ein. So haben meine Frau und ich am Abend unter der warmen Bettdecke keine Probleme einzuschlafen und die Raumtemperatur nach dem Aufwachen empfinden wir als angenehm. Morgens öffnen wir ziemlich schnell die Fenster um den Körper mit frischer Luft sozusagen zu “durchfluten” - im Winter steht man dann auch gerne schnell auf und gönnt sich eine warme Dusche.”

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